Dienstag, 26. Juli 2011

Barfuß gehen – fit sein und Leben spüren

 

Ein Plädoyer für das gesunde Barfuß gehen, so oft wie möglich :-)


Barfuß gehen stärkt die Fußmuskulatur und gibt ein gesundes Lebensgefühl.

Mein Vater erzählte mir aus seinen harten Kriegsjahren, in denen er so viel Hornhaut an den Fußsohlen hatte, dass er nackten Fußes über abgeerntete Kornfelder gehen konnte. Das erschien mir als zu pieksig. Schon normale Kieselsteinchen prickten sehr an den Fußsohlen, wenn ich mal als Kind barfuß lief. Damals lief ich ich lieber in Schuhen herum. Da auch heute noch das alle in der Regel tun, erscheint es als sehr normal.

Doch: Seit Anfang der Neunziger liebe ich es – bedingt durch einen Urlaub auf Kreta, auf dem ich das erste Mal Sandalen anzog – wieder barfüßig durchs Leben zu gehen.

Denn es tut gut. Nicht nur im Urlaub. Nicht nur, wenn der Asphalt heiß unter den Füßen ist – ohne die Sohle drückende Steinchen.

Denn das barfuß gehen stärkt die Muskulatur des Fußes selbst. Und eingezwängte Füße verkümmern. Durch das Nichtbewegen der Fußmuskeln selbst bauen diese ab – das kann man sich gut verdeutlichen, wenn Sie schon mal gesehen haben, wie sehr ein Bein seine Muskulatur abbaut, wenn es durch einen Knochenbruch eingegipst für nur einige Wochen ruhig gestellt ist.
Und die Druckreize auf den Fuß im Schuh üben Reflexe auf den Körper, die Organe aus – über die Fußreflexzonen. Wer schon mal eine Fußreflexzonenmassage erlebt hat, weiß, das das Auswirkungen auf den Rest unseres Körpers hat.

Das hat Auswirkungen auf unseren gesamten Bewegungsapparat, auf den Rücken, die Wirbelsäule. Wenn wir nicht mehr so gehen, das der Fuß selbst den „Aufschlag“ auf den Boden abfedert, geht der Stoß durch bis in die Wirbelsäule und belastet diese unnötig.

Durch die natürliche Belastung beim Barfuß gehen stärken wir auch wieder unsere Waden, rollen wieder gut unseren Fuß ab und schonen so unsere Wirbelsäule.

Nun, wir sind das nicht mehr gewohnt – barfüßeln :-)

Das sehe ich an einen Versuch, mit meiner ersten Frau meine Begeisterung zu teilen: In romantischer Erinnerung an den schönen Film „Pretty Woman“ mit Julia Roberts und Richard Gere zog sie an einem Sommerabend-Spaziergang in München ihre Pomps aus und ging im Park barfuß mit mir auf den Rasen. Jedoch keine zehn Meter. Dann hatte sie in einen warmen Hundehaufen getreten. Das Ekelgefühl verübelte ihr gleich wieder das Barfuß gehen. Wie sagt der Buddhist so schön „Shit happens“ :-)

Und ja - zu Anfang stören uns vielleicht die ungewohnten Berührungsreize des Untergrunds an unserer Fußsohle. Die Hornhaut an der Sohle wird sich ein wenig besser ausbilden, um so unsere zarten „zivilisationsgeschädigten“ Füße zu schützen.

Ich probierte bewusst Sachen aus, die wir sonst nicht mehr machen: Im Winter stellte ich mich barfuß in den Schnee bei Eiseskälte. Und entspannte mich hinein in die Empfindung der Kälte am Fuß. Siehe da, es war viel leichter und war eine interessante, ungewohnte, aber schöne Wahrnehmungserfahrung. Ich genoss sie und freute mich über das Gefühl an den Füßen.

Wir müssen ja nicht so ganz „hart im Nehmen“ sein, wie ein amerikanischer Programmierer, den ich Ende der Neunziger in dem Softwarehaus kennen lernte, in dem ich damals arbeitete. Er ging bei uns nicht nur im Sommer oder Herbst, nein, auch im tiefsten Winter bei zwanzig Zentimeter Schnee baren Fußes in Sandalen mit uns durch die Stadt und die Schneehaufen.

Oder viel in der Wohnung barfuß gehen, auch wenn der Fußboden erstmal einen kühlen Eindruck vermittelt. Das geht. Gut, sehr gut sogar.
Es wird sicherlich auch unserem Immunsystem förderlich sein, mehr barfüßig zu gehen. Auch unsere Wertung von kalt und pieksig wird sich ändern können. Wir nehmen wieder ein Stück mehr von der Welt um uns herum wahr. Wir leben ein Stück mehr.

Denn – schließlich ziehen wir uns auch nicht immer „Hand-Schuhe“ an den Fingern an, wenn es ein bisschen frischer ist. Eine schreckliche Vorstellung, immer unsere fühlende Hände mit den Fingern in eine drückende, feste Hülle einzuschließen, bloß weil sie vielleicht dreckig werden könnten oder ein wenig frieren. Das machen wir in der Regel nur im tiefen Winter, wenn wir da noch rausgehen.

Füße sind auch ein Körperteil, dem wir wenig Aufmerksamkeit schenken, obwohl sie uns im wahrsten Sinne des Wortes durchs Leben tragen. So können wir sie besser sehen, fühlen und ihnen etwas mehr Pflege und Zuwendung geben. Zum Beispiel durch liebevolle Berührung und Einseifen beim Duschen. Wer seift sie schon komplett ein, auch zwischen den Zehen und rubbelt sie nach dem Duschen oder Baden auch zwischen den Zehen trocken?


Die „natürliche“ Nutzung und zuwendende Pflege werden sie uns durch bessere Funktion danken – und Ihnen ein gesünderes, schöneres Lebensgefühl geben.


© 26.7.20011 Thomas Karl

Aktualisierung: Am 26.9.2011 verbandelte sich mit mir auf (www.youtube.com/thomaskarl65) der Kanal www.youtube.com/barfusstrend mit der schönen Website www.barfuss-trend.de mit weiteren interessanten Anregungen zu dem Thema :-)

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